Verfasst von: neomagic | 21/12/2009

Das war’s!

Heute, eine Woche nach unserer Rückkehr die letzen Eindrücke unserer Reise, die es bisher nicht in das Blog geschafft hatten. Deshalb geht es abschließend zusammenhanglos aber abwechslungsreich zu.

Da ich immer nur über das Handynetz surfen konnte, war meine Internetverbindung in Thailand extrem dünn. In etwa so, wie Pizza durch einen Strohhalm zu saugen, wodurch ich umgekehrt auch keine Videos hochladen konnte. Auch das habe ich nachgeholt: ihr könnt sie hier anschauen.

Ansonsten gibt es für die Blumenfreundinnen unter euch eine Extra-Seite mit Bildern von Orchideen und anderen Pflanzen, die ich auf der Orchideenfarm und bei einer Ausstellung gemacht habe.

Am Anfang mal wieder Essen. Wenn man in Thailand wie die Einheimischen isst, nämlich z.B. in einem Food-Court, zahlt man auch lokale Preise.

In diesem Fall einen ganzen Euro!

Viele Thailänder haben eine eher dunkle Hautfarbe. In TV und Werbung kommen die allerdings nicht vor. Allenfalls als Zielgruppe für Bleichungsprodukte. Auch die deutsche Beiersdorf AG bedient diesen riesigen Markt für Leute, die weiß für schön halten. Ich vermute, dass brauner Teint=Arbeit im Freien=niedrige soziale Stellung bei dieser Mode eine große Rolle spielt.

Sehr gewöhnungbedürftig: Parken in zweiter Reihe ohne angezogene Handbremse. Da muss man zum Durchkommen erstmal dicke Autos durch die Gegend schieben.

Die Weihnachtsauswahl bei Carrefour bietet auch hannoversche Produkte

Bei Friseur hat man mich entlockt!!! Hat nicht lange gehalten 😉

Diese kleine Betonmischwanne haben wir als Boot missbraucht.

Da passt doch noch einer rein!

Wassereinbruch!

Wie man sieht haben wir das Absaufen im verdreckten Fluss mit unterschiedlichen Emotionen quittiert.

Also unappetitlich war das schon! Kennt ihr diesen mutierten Simpsons-Fisch? Hoffentlich wächst mir nicht auch von irgendwas ein drittes Exemplar 😕

Also: Boot besorgt und zweiter Versuch.

Im Zickzack ging’s über den Fluss.

Sujed behauptete, man könne auch mit einem Paddel auf einer Seite geradeaus fahren.

Bin doch nicht Pocahontas! Außerdem: wie soll das gehen?!

Nachdem wir uns ein bisschen in die Haare gekriegt haben, hat Schwiegerpapa mir erstmal gezeigt, wie man das macht. Es funktioniert tatsächlich: man muss das Paddel am Ende der Bewegung nur leicht nach außen drehen. Oder so ähnlich.

Seerose, mal nicht in heimatlichem Weiß.

Die Arbeiter auf der Orchideenfarm wohnen dort auch auf dem Gelände. Dort halten sie nicht nur Hühner sondern auch Frösche zum Verzehr.

Das sind sozusagen die Ställe.

Aus der Familie der Orchideen

Gudrun hatte ja in einem Kommentar in Bezug auf die Behandlung von Tieren von Grausamkeit und Ignoranz gesprochen. Tja Gudrun, was sachste dazu: Hier auf einem Markt haben sie zwei Dutzend Vögel eingeperrt die verzweifelt im Käfig herumflattern. Warum? Wenn man mal eine Pechsträhne hat, bringt es angeblich Glück einem Vogel die Freiheit zu schenken. Man kauft den also, lässt ihn fliegen und der Händler hat Lohn und Motivation mehr Vögel zu fangen und einzusperren. So haben alle gewonnen!

Auch auf dem Markt: ein GANZ dicker Hund!

Sujeds beste Freundin…

hat uns zum Essen eingeladen.

Innenstadtmieten sind teuer. So herrschte in unserem Lieblingsklamottengeschäft oft eine unfreiwillig familiäre Atmosphäre. Ja, das ist der ganze Laden!

Nicht nur Menschen tragen in Thailand Klamotten

Manche Hunde werden sogar als Klamotten getragen 😉

Und dann gab es so einen Vollpfosten, der seinen Hund in diesem absurden Outfit spazieren führte.

Anscheinend genoss er die Aufmerksamkeit der anderen Idioten, die sich wie ein Traube um die beiden versammelten um Fotos zu machen. Ich habe das natürlich aus rein journalistischem Interesse getan 😉

Orchideenaustellung:

Viel mehr Blumen-Bilder in ganz großer Auflösung gibt es wie gesagt hier.

Mangroven im Mündungsgebiet des Chao Praya-Flusses

auf deren Wurzeln „Baumhäuser“ stehen.

Vom Restaurant aus kann man die Fischer beobachten.

Gleich in der Nähe auch Verkaufsstände mit Seafood. Müll gehört leider immer mal wieder zur Landschaft dazu.

Eine Spezialität hier im Bereich der Flussmündung sind diese eigenartig geformten Muscheln.

Gebraten gibt’s die auch. Im Hintergrund Pfeilschwanzkrebse.

Diese Tiere gibt es seit 400 Millionen Jahren; sie sind also lebende Fossilien. Ich glaube, das Gelbe sind deren Eier.

Fischpastete in Bananenblättern gegrillt.

Diverse Krabben. Man sagt ja, die Ozeane seien extrem überfischt. Wenn man so sieht, was für Unmengen an Fisch und anderen Tieren täglich allerorten aus dem Meer geholt werden, wundert man sich, dass überhaupt noch welche drin sind.

Diese fußballgroßen Früchte wachsen an Palmen…

und beinhalten glitschige, fad schmeckende Früchte.

Wir haben einen schwimmenden Markt besucht.

Von solchen gab es früher viele.

Mit zunehmend besserem Straßennetz wurden sie mehr und mehr überflüssig.

Heute gibt es nur noch einige wenige, die auch keinerlei echte wirtschaftliche Bedeutung mehr haben sondern ausschließlich als Touristenmagnet existieren.

Auf diesem abgelegenen Markt waren das ausschließlich thailändische Touristen.

Erinnert ihr euch noch an die in der Sonne getrockneten Tintenfische? Die werden gesalzen und unter anderem so verarbeitet: Mit einer Walze werden die hin- und her gerollt und dabei platt und mürbe gemacht, so dass man sie einfach kauen kann. Mir schmeckten die allerdings gar nicht.

Ich konnte leider nicht in Erfahrung bringen, wozu um alles in der Welt das gut sein soll: Militärpolizisten als Gartenzwergersatz??

Der Chao Praya-Fluss führt mitten durch Bangkok. Da kann man prima die verschiedenen Wohlstandsstufen sehen. Von katastrophal arm, Hauptsache Satelliten-TV…

über heruntergekommen…

anständig…

Middle-Class…

überraschend…

und hochmodern.

Ich hätte gerne eine schlichte Torte!

Vorne links und rechts: das sind Auberginen!

In der Mitte, das lilafarbene sind Blütenknospen von Bananenpalmen.

Warum muss Stefan eigentlich immer so viele langweilige Tiere fotografieren?

Mama hat einen neuen Grill gekauft.

Die Glut ist ungefähr zwei Zentimeter vom Fisch entfernt.

Deswegen musste ich das Ding jede Minute umdrehen, damit es nicht verkohlt. Das Bananenblatt soll ein Ofenklima erzeugen. In meiner teutonischen Arroganz behaupte ich mal, ein deutscher Grill funktioniert wesentlich besser 😉

Irgendwann fing die Arbeiterfamile (Vater, Mutter, Sohn) an, den Katzenkäfig zu erweitern. Egal ob Stock, Stein, Schlamm oder oben auf den Latten stehend: alles wird in Flip-Flops erledigt.

Eine Katze hatte ja zwischenzeitlich drei Junge zur Welt gebracht. Nur war die irgendwie zu doof ihren mütterlichen Pflichten nachzukommen. Ständig lief sie in der Gegend rum, als hätte sie nichts Besseres zu tun. Ein Baby war kräftig und dick genug mit den gelegentlichen Stillzeiten über die Runden zu kommen. Die anderen beiden haben wir mit Katzenmilch aus der Dose gepäppelt. Vergebens. Das erste wanderte am zweiten Tag in die Mülltonne. Als Schwiegermama mir am nächsten Tag die zweite Katzenbabyleiche gab, habe ich sie dem Schäferhund anvertraut. Der hat nach anfänglichem Zögern auch was damit anzufangen gewusst. Sujed und seine Mutter waren entsetzt aber da bin ich dann doch recht unsentimental. Im Müll oder unter der Erde hat die sterbliche Hülle noch weniger Sinn.

Unter der Orchideenzucht vor dem Haus, gibt es Flussausläufer. Die waren dermaßen mit Plastik, Blumentöpfen und sonstigem Plunder vollgemüllt,

dass ich den Anblick nicht ertrug und zwei Tage lang in Gummistiefeln und mit vor Ekel verzogenem Gesicht durch den Schlamm gewatet bin. Das nur mal zur Info, für die Leute die mich immer als autoabhängigen Ökosünder hinstellen 😉

Schlammig war’s auch hinterher aber wenigstens keine Müllhalde.

Sonntagsbesuch in einem Park

Und wo viele Thailänder rumlaufen gibt es natürlich Unmengen an Fressalien

Fischfrikadellchen in Bananeblattboot

Fetttriefende „Frühlingstaschen“

Gefüllte Teigtaschen

Japanisches Sushi

neben bajuwarischen Schweinshaxen

Würstchen

Gebratene Nudeln

Hähnchen am Stiel

Würstchen am Spieß

Feurige Suppe

Fleisch und Innereien zum Braten

Ach so, eigentlich war hier eine Bonsaiausstellung. Die paar Zwergbäume war aber eher unspektakulär.


Die Steine sind so groß wie bei uns, nur die Tauben viel kleiner.

Palmen dünn, Palmen dick.

Super-leckeres Kokosnusseis. Bei den Temperaturen genau richtig. Übrigens hatte ich mich nach einigen Tagen an die Bruthitze gewöhnt. Ich fand das sehr erstaunlich: die 35+°C fühlten sich immer noch verdammt heiß an aber dennoch erträglich.

Aus der Kategorie „Was-zum-Geier-ist-das?“

Mango mit süßem Klebreis

Pfannkuchen

Wachteleier

Gallertartiges Glibbergelee für süße Getränke

Marinierte Bohnen

Guaven mit scharf gewürzter Tunke. Guaven schmecken wie eine Mischung aus Apfel und wenig süßem Gemüse.

Süßgebäck

Jackfruit! Sehr lecker aber leider für mich wie vieles heimische Obst allergieauslösend.

Erinnert ihr euch noch an den bizarren Tanz im Restaurant? Gab’s sogar im Carrefour-Markt.

Eine einzige Peinlichkeit für alle Beteiligten. Umso mehr, wenn ein skrupelloser Tourist auch noch Fotos macht 😉

Kennt ihr Mikado? Das Zeug gibt es doch hier in zwei Geschmacksrichtungen. Es stammt aus Japan und da Thailand nicht so weit weg ist, wird der Markt mit Produktvarianten geradezu überschwemmt.

In diesem Restaurant kann man auf dem Tisch Zutaten nach Wunsch auf einer heißen Platte braten. Das Ergebnis schmeckt fad und ist nicht halb so lecker wie dasselbe im Suppenrestaurant.

Manch einer lebt im Müll ohne komplett arm zu sein. Ich meine, wer zwei Autos hat, muss doch nicht zwingend seine Haustiere im Müll vor dem Haus halten…

Ist schließlich keine Frage von Wohlstand, ob man zu faul oder gleichgültig zum Müllwegschaffen ist.

Ach ja, die Katzen! Kurz vor Abreise war der Käfig auf das Doppelte vergrößert. Ein paar Klettermöglichkeiten, sauberes Wasser und viele Pappkarton-Höhlen, die mit Handtüchern ausgelegt wurden, machen das Leben erträglicher. Es gibt auch nicht mehr nur Reis sondern dazu Katzenfutter, damit die Tiere ihr Fell wieder bekommen.


Zur Erinnerung, hier waren vier Kater drin, die inzwischen in den großen Käfig umziehen konnten. Auf diesem Wege noch mal vielen lieben Dank an alle, die etwas gespendet haben!


Übrigens: wer mal schnell was bauplanen will kann, dem kann ich ein leicht zu bedienendes 3D-programm von Google empfehlen: Sketchup!

Das war’s dann auch schon mit Thailand. Auf dem Rückflug ein Blick auf den afghanischen Hindukusch…

und slowakische Karpatenausläufer, die sich über das Wolkenmeer erheben.

Knapp 12 Stunden später und 40°C weniger der Landeanflug über das winterliche Bayern. Ein schönes Kontrastprogramm kann ich nur sagen 😉

Ich danke Euch fürs Mitreisen und hoffe, es hat euch gefallen! Falls ja: bis zum nächsten Mal!

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Verfasst von: neomagic | 12/12/2009

Geburtstagsparty

Zum vorletzen Mal Eindrücke aus Thailand.

Störche gibt es hier erstaunlicherweise nicht paarweise auf einem Fachwerkhausdach sondern in Schwärmen auf der Suche nach Essbarem

Am Straßenrand gibt es viele Gartenbaubetriebe

Anbau von Lotus. Hier waten zwei Typen in voller Montur durchs Wasser um die riesigen Knospen zu ernten. Die Unterwasserwurzeln sind essbar.

Einer mehr hätte doch mindestens noch drauf gepasst 😉 

An diesem Tag hatte der König von Thailand Geburtstag.Er ist mit seinen stolzen 82 Jahren der am längsten amtierende Regent weltweit. In Thailand gibt es ja einen politischen Konflikt, der auch mit T-Shirt-Farben zum Ausdruck gebracht wird. Die einen tragen gelbe, die anderen rote T-Shirts. An diesem Tag haben sich jedoch alle in neutrales Rosa gehüllt um ihre Liebe zum König nicht von politischer Kleinkariertheit beeinträchtigen zu lassen.

Im Zentrum von Bangkok sind alle Bäume mit Lichtern geschmückt

Unglaubliche Menschenmassen wälzen sich durch Straßen und Parks.

Der König wird wie ein Gott verehrt; ihn zu verunglimpfen ist eine Straftat.

Kerzen werden entzündet und dem greisen König zu Ehren wird ein Lied angestimmt.

Der König ist seit Monaten im Krankenhaus und soll sich aber trotzdem für ein paar Minuten im Rollstuhl blicken lassen haben. Allerdings nicht in unserer Sichtweite.

Feuerwerk!

Anfangs alle happy, brach irgendwann leichte Panik aus, als die ganzen Feuerwerksüberreste auf die Massen regneten 😀

Geburtstag oder nicht, Bilder vom König sind in jedem Haus, auf jeder Straße allgegenwärtig. Fast immer hat er, so wie ich, seine Canon-Kamera dabei. War das jetzt schon anmaßende Blasphemie/Majestätsbeleidgung? :-p

Hier sieht er heiliger aus als der Papst persönlich

Diese Teile werden für eine Art traditionelles Silhouettentheater verwendet. Was die Frau in der Mitte gerade gegessen hat, vermag ich nicht zu sagen 😉

Das Demokratie-Monument

Auch mit Königsbild verziert

Irgendwann begann eine Parade, bei der hübsche, junge Frauen auf Wagen vorbei fuhren.

Straßendeko

Die Paradenwagen mit ihren unzähligen LEDs waren zum Teil bizarr

Des Königs Antlitz als grüne Laserprojektion

Alle mal lächeln! Als Farang (Ausländer) ist es nicht schwer, Leute vor die Kamera zu bekommen 🙂

Menschen, so weit das Auge reicht. Schätze, das war insgesamt locker eine Million.

Ab und zu sieht man hübsche, besonders große Damen, die vermutlich nicht als Mädchen geboren wurden.

Parlamentsgebäude als Projektionsfläche

Je länger der Abend, desto weniger geordnet die Veranstaltung

Überall wird campiert, Mülltonnen = Mangelware

Dieser Bettler legt sich aufdringlich in dichteste Gedränge mitten auf den Gehweg

Dass das Ganze in eine Fressorgie ausarten würde, war zu erwarten.

Dass Wegwerfstäbchen notdürftig abgespült wiederverwendet werden war da schon unapettitlicher.

Rahmenprogramm mit Tanz und Gesang

Überall liegen Leute rum; immerhin schien keiner besoffen zu sein

Schlimmer als die Müllhaufen: es gab nicht eine einzige öffentliche Toilette. Entsprechend roch es an vielen Ecken wiederlich nach Pisse.

Schlachtfeld

So mancher nutzt die Gelegenheit um allen möglichen Scheiß zu verticken.

Die königlichen Tempel bei Nacht

Bangkok Clean Zone? Die beschränkte sich an diesem Abend maximal auf diese Telefonzelle 😉

Zum Abschluss noch mal ein paar Bilder der erwähnten Touristenzentrale Khao San Road. Wir mussten nämlich erstmals in der Stadt übernachten, weil so spät keine Weg mehr nach Hause führte.

Hier konnte man an einer Art Musiktankstelle Lieder auf seinen MP3-Player oder sein Handy laden. Ob das wohl legal ist?

Hüte oder Karten: Touristen können alles gebrauchen.

War leider schon beim Abbauen: Hier konnte man gefälschte internationale Dokumente aller Art in Auftrag geben:  Studentenausweise, Presseausweise, Fahrerlaubnisse, Diplome usw.

Und als Letztes: Diese Fische „massieren“ Touristenfüße. Tatsächlich knabbern sie abgestorbene Hautzellen ab, so dass die Füße danach sauber und glatt sind. Die Fische scheinen zu dieser fortgeschrittenen Stunde jedoch schon satt zu sein 😉

Jetzt geht’s ins Bett und morgen zurück in den mitteleuropäischen Winter. Freue mich schon auf zu Hause und euch alle! Einen Beitrag wird es aber noch geben, wo alles unterkommen wird, was nirgendwo so recht reinpasste. Bis bald!<

Verfasst von: neomagic | 10/12/2009

Essen in Thailand

Letztens waren wir auf einem garantier touristenfreien Thai-Markt. Da gibt es neben religiösem Blumenschmuck vor allem eines: Lebensmittel.

Als ich diese Frau zum Spaß fragte, was die Katze kosten würde, bewies sie Schlagfertigkeit und sagte: 10 Baht (20 Cent). Da ich nur die halbe wollte, konnten wir uns nicht handelseinig werden 😉

Die Katze schlief lediglich faul aber manch anderes ungweöhnliche Getier wurde dennoch zum Verzehr angeboten: Schildkröten, Aale

Super eklig: aufgeschlitzte Frösche, von denen zumindest einer sich noch bewegte 😕

Man muss diese kulinarischen Besonderheiten allerdings im Verhältnis sehen. In Thailand ist das Angebot an Lebensmitteln riesig. Praktisch alles, was es bei uns im Supermarkt gibt, ist hier erhältlich. Also vielleicht nicht 80 Sorten Käse und 50 Heringssalate aber es gibt beispielsweise große Märkte der französischen Carrefour-Kette, die sich kaum von z.B. Real oder Kaufland unterscheiden. Und das ist ja im großen und Ganzen das Angebot, was sich in Deutschland in jedem Supermarkt wiederholt. Dazu ein paar Wochenmärkte, die im Prinzip das Obst- und Gemüseangebot geringfügig erweitern und die türkischen Lebensmittelhändler. In Thailand hingegen ist das erst der Anfang. Für den kulinarisch Interessierten ist hier das Reinste Schlaraffenland:

Gebratenes, Curry, heiße Suppen (praktischerweise zum Mitnehmen in Plastiktüte)

süßer Klebreis

Klebreispfannkuchen mit mit Sojabohnen und Kokosnuss, süß

    

Es gibt auch mehr Pilze als unsere klassische Champignon-in-7-Variationen-Auswahl

Sehr beliebt: gedünstete und in Salzwasser marinierte Fische

Große Wasserkäfer die zur Zubereitung einer Dip-Soße. Die werden vor dem Essen wieder rausgenommen, hinterlassen aber ein besonderes Aroma. Muss man mögen 😉

Letzteres gilt auch für diese Schweineinnereien

Fisch- und Fleischbällchen. Durchgerdehtes Fleisch, mit Mehl versetzt und gegrillt.

 

Süßigkeiten-Mix: Mais, Bohnen, Tapioka, Agar-Agar, Kürbis, Lotuswurzeln, Nudeln
Wieso das süß ist? Weil hinterher Sirup und Eisflocken draufkommen.

      

Nudeln mit Gebratenem

Auberginen (auch die runden), Gurken und Bohnen

Bohnen und weiß-nicht-was

Dasselbe Zeug in in Ei getaucht und gebraten. Dazu eine einfache Soße aus Garnelenpaste, Chili, Knoblauch, Palmzucker, Limetten manchmal mit Wasserkäferaroma

Dim Sum, ähnlich wie in China. Mit Fleisch gefüllte Häppchen. Übrigens gilt das zuvor Gesagte in mindestens dem gleichen Maße für die chinesische Küche: Abwechslungsreiches Nahrungsangebot ohne Ende. Irgendwie haben wir Deustchen nicht nur mit dem Wetter die Arschkarte gezogen. Lediglich England soll es Gerüchten zufolge noch schlimmer erwischt haben 🙂

Spießchen mit Fleisch, Ananas, Tomate und Paprika

Pastetchen mit Kokosnuss, Eiern, Fisch, Kräutern und Currypaste

Torten

Gebratenes, Suppen, Curries

Meher Fischbällchen

Waffelröllchen

Knusprig gebratener Fisch mit Currysauce

Salate mit eingelegtem Gemüse, Eiern und Gewürzen

Frisch vom Grill

Würstchenmäßig ist das deutsche Angebot natürlich unschlagbar. Ein paar Versionen gibt es hier aber auch.

Gegrillte Süßwasser-Garnelen

Frittierte Hähnchenteile

wohl Schweinefleisch

Links gegrillte Tintenfische, rechts Surimi

Frittiertes von rechts: Bananen, Süßkartoffeln, Taro und Tofu

Die Fotos stammen wirklich alle vom selben Markt. Wenn man in eine Shoppingmall geht, gibt es etagenweise Restaurants. Dazu Straßenstände ohne Ende. Das Obst habt ihr ja schon gesehen. Also wer aufgeschlossen ist und nicht so pingelig wie wir (vieles enthält Fleisch) kann hier sicher jeden Tag des Jahres etwas Neues finden ohne einmal den Herd anmachen zu müssen.

Gute Nacht 🙂

Verfasst von: neomagic | 08/12/2009

Catastrophe

Die letzte Woche verbringen wir nun bei den Eltern. Neben allen möglichen Kleinigkeiten im und am Haus, die repariert werden können, ist meine Hauptaufgabe erstaunlicherweise der Bau eines Käfigs für Katzen und das kam so:

Hier im Haus leben sieben Katzen. weit mehr als bei meinem letzten Besuch. Sie haben ein sehr angenehmes Leben. Eine von ihnen war ohne Anus geboren worden und hat am Bauch einen künstlichen Darmausgang. Sujeds Eltern und die Haushaltshilfe kümmern sich rührend um sie; ihre Windeln müssen nämlich mehrmals täglich gewechselt werden.

So weit, so gut. Doch dann gibt es draußen am Haus noch zwei erbärmliche Katzenkäfige, wo 15 weitere Tiere getrennt nach Geschlecht untergebracht sind.

Vier Kater:

Die Haltung unterscheidet sich von den Katzen drinnen in etwa so wie die Lebensbedingungen der Arbeiter hier in Thailand verglichen mit Sujeds Familie.

Neun Katzen:

Zwei von den Katzen haben kahle Stellen im Fell. Keine Ahnung, ob das am Reis liegt, den sie zu essen bekommen und der nur mit einem minimalen Anteil von gegartem Fisch versetzt ist.

Die Käfige waren mir von Anfang an ein Dorn im Auge aber ich wollte nicht gleich Stunk anfangen und habe das Thema erstmal ignoriert und den Urlaub genossen.

Nun habe ich eine Freundin in Laatzen, die es zu einer ihrer Lebensaufgaben gemacht hat, sich um verstoßene und vernachlässigte Katzen zu kümmern, indem sie sie aufnimmt und versucht zu vermitteln. Die habe ich gefragt, warum die Katzen im Haus eigentlich auf alles pinkeln würden, was nicht hochkant steht. Sie mailte zurück, dass als Mindestvoraussetzung ja wohl alle (!) Tiere kastriert sein würden, weil die sonst ihr Revier markierten. Nee, waren die natürlich nicht, sonst wären es ja nicht so viele geworden aber das konnte meine Freundin ja nicht wissen. Also die Eltern finden Kastration unnatürlich und ich kann ihnen da nur beipflichten: Ich empfand es schon immer als grauenvoll, dass Menschen Tiere verstümmeln und sie ihrer Sexualität und teilweise auch Persönlichkeit berauben, um wohnraumkompatiblere Spielgefährten bzw. fügsamere Arbeitstiere oder auch schmackhafteres Fleisch zu haben. Diese Abscheu gegenüber Kastration ist sicher nicht zuletzt dadurch begründet, dass ich meinen eigenen Keimdrüsen einen relativ hohen Wert beimesse und die ungern abgeben möchte 😉

Nun war aber offensichtlich, dass es so nicht weiter gehen konnte.

Hochschwanger:

Vier (!) der Drinnen-Katzen sind schwanger, eine noch nicht, die wurde aber vor ein paar Tagen gerade vor unseren Augen von ihrem eigenen Sohn bestiegen. Die Familie rannte aufgeregt hinterher um sie zu trennen. Die Szene war nicht bar jeder Absurdität. Als würden die Katzen es nicht später wieder versuchen. Schließlich schrie das rollige Weibchen schon seit meiner Ankunft stundenlang das Haus zusammen (das machen rollige Katzen so, klingt schrecklich 😕 ). Die Eltern hatten auch vor allem deshalb ein Problem damit, weil dieselbe Mutter-Sohn-Affäre schon zu der vermutlich inzestuös bedingten Behinderung der Windelkatze geführt hatte. Also Kastrationsängste hin oder her, eine Katzenexplosion stand an und es war Zeit für einen kleinen Reality-Check. Sowohl für mich, als auch für die Familie. Vermutlich ist es aus Katzenperspektive ja doch eher eine chirurgische Prozedur, von der sie im besten Fall nur etwas postoperativen Wundschmerz merken und sich vielleicht über eine veränderte hormonelle Gesamtlage wundern.

Als erstes haben Sujed und ich versucht, die Eltern zu überzeugen, dass es so offensichtlich nicht weiterginge, weil über kurz oder lang alle neuen Katzen in den Käfigen landen würden. Da hieß es: Nein, die könne man doch verkaufen, pro Stück 10,- €. Aha, und warum sind so viele nicht verkaufte da? Na wenn die nicht so süß sind, will die keiner und erwachsene schon gleich gar nicht. Das warf die Frage auf, ob das Ganze ein Geschäft sein solle und ob es wirklich rentabel ist mit Futter, Tierarztkosten usw. (die Windelkatze musste fünfmal operiert werden). Also ganz offensichtlich war hier nicht viel Rationalität im Spiel. Es war eine Riesendiskussion, vor allem weil Sujeds Onkel in monatelanger Abwesenheit der Eltern einen Zuchtkater mitgebracht hatte, der die ganze Katzenwelle ins Rollen gebracht hatte. In der Zeit hat der Onkel auch die Kätzengefängnisse bauen lassen. Und der würde bestimmt sauer sein, wenn wir einfach alle Katzen sterilisieren lassen würden. Ich versuchte die Mutter zu überzeugen, dass ihr Bruder ein netter Kerl sei aber von Tierhaltung rein gar nichts verstünde und es sich außerdem sehr leicht mache, indem er Sujeds Eltern alles ausbaden ließe. Ich zeigte ihr auf der Kamera ein Video, dass ich von des Onkels Pommernspitz-Sammlung gemacht hatte (der Onkel wohnt 300 Meter weiter):

(Aufs Youtube-Logoklicken und HQ anwählen für volle Auflösung)

Als Sujeds Mutter das sah, war ihr Kommentar, die Hunde wären doch soo süß!!! Ich hätte ausflippen können. Anscheinend sehen viele Menschen in Asien Tiere wirklich als putziges Spielzeug und nicht als Lebewesen mit Bedürfnissen an. Ich meine, die Hunde sehen doch total durchgeknallt aus, oder?! Und wie kann man nur die Tiere wahrnehmen und nicht die Bedingungen unter denen sie leben? „In Deutschland gibt es Leute, denen bei dem Anblick die Tränen kommen würden!“ dramatisierte ich die Lage.

Na letzten Endes durften wir doch die ersten drei Tiere zum Tierarzt bringen. Das kostet zwar auch nur 24,- € pro Katze und 12,- € pro Kater aber da die Eltern finanziell klamm sind, mussten wir das selbst bezahlen. Dazu kommt als nächste Maßnahme die Volumenverdoppelung des großen Käfigs und eine katzentauglichere Einrichtung mit gepolsterten Pappkartons als Schlafplätzen, vernünftigen Fressnäpfen und Trinkgelegenheiten, sowie ein paar Kletteroptionen und vielleicht ein bisschen Spielzeug. An Katzentoiletten ist nicht zu denken, weil unter dem Käfig der Fluss ist und es zu bequem und kostengünstig ist, die Toilettenecke einfach morgens mit dem Gartenschlauch zu säubern.

Unser Plan ist jetzt vor Abflug zumindest die vier Draußen-Kater zu kastrieren, damit die in den dann geräumigeren Käfig kommen. Die Weibchen laufen allerdings laut Katzenexpertin durch ständige Rolligkeit Gefahr, eine Eierstockentzündung zu bekommen und können auch nicht auf Dauer ignoriert werden. Sujed ist der Meinung, wenn wir das nicht für die restlichen Katzen finanzieren, wird das wohl unterbleiben. Das ist natürlich Scheiße, zumal noch auf absehbare Zeit einige Katzen mehr dazu kommen werden. Also da ich weiß, dass unter euch der eine oder andere Tierfreund ist, bitte ich mal höflich um eine Spende, die ihr per Paypal  schicken könnt.

P.S. Der Onkel war übrigens nicht sauer und meinte, ich könne seine Katzenzuchtunternehmung haben.
P.P.S. Heute Nacht sind drei Junge zur Welt gekommen:

Verfasst von: neomagic | 04/12/2009

Bangkok

Heute sind wir ein bisschen durch Bangkok geschlendert. Zum Einstieg noch mal ein Stück echtes Thailand:

Chinesischer Tempel: auch die Chinesen haben Bangkok entscheidend mitgeprägt; sie leben schon seit Stadtgründung hier und haben die Kultur bereichert und sich nicht zuletzt durch Eheschließungen mit Thais integriert.

Dann sind wir dahin gekommen, was viele für Thailand halten: Khao San Road. Diese Straße ist seit den Anfängen der Rucksacktourismus in Südostasien der Inbegriff für diese Art von Urlaub. Sozusagen ein Initiationsritus, den jeder Backpacker am Anfang seiner Reise durchlaufen muss. Berühmt geworden ist die Straße spätestens durch das Buch The Beach. In der Verfilmung steigt Leonardo DiCaprio hier in einer dunklen Ecke ab und säuft Schlangenblut.

Backpacker gibt es hier nach wie vor reichlich. Dennoch hat sich die Straße sehr gewandelt und ist heute nicht mehr schmuddelig und exotisch sondern bietet alle Annehmlichkeiten inklusive westlichen Essens, klischeehafter Souvenirs und sonstigen billigen Plunders, der das Touristenherz erfreut.

Man hat zwar irgendwie das Gefühl, in Thailand zu sein, aber es ist eine merkwürdige Parallelwelt, in der die Ausländer in der Überzahl sind und ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen.

Das reichte uns nach kurzer Zeit. Wir sind in der Mitte Bangkoks auf einen erhöhten Tempel gestiegen, um einen Blick auf die Stadt zu werfen.

Bangkok ist oberflächlich betrachtet nicht schön und für viele Touristen in Südostasien nur ein Drehkreuz
 

Wenn man sich Zeit nimmt, gibt es aber überall etwas Interessantes zu entdecken.
Im Tempelinneren:

Wieder draußen unterwegs:
Hier wird die Asche Verstorbener aufbewahrt

Angebliche Mönche hämmern Töpfe und verkaufen sie an Touristen

In dieser Straße wird Tempelzubehör verkauft. Wohlhabende Familien verbessern ihre Karmabilanz, indem sie Statuen an Tempel stiften

Auch in Übergrößen erhältlich 😉

Das ist das Rathaus der Stadt, deren eigentlicher Name nicht Bangkok ist, sondern das, was auf dem Schild steht. Unglaublich aber wahr: der längste Hauptstadtname überhaupt

Gemüseeinkäufe im Tuk-Tuk

 

Merkwürdigerweise von Touristen weitgehend unentdeckt: ein prächtiger Tempel mitten in der Stadt

Die Dächer sind vorn und hinten immer mit spiegelnden Plättchen besetzt, so dass es im Vorbeigehen schön funkelt (wie heißt dieser Teil des Daches eigentlich?)

Da hat aber jemand fleißig gespendet 🙂

Der Hintereingang

 

Solche Lotustöpfe sieht man in Thailand häufig als Deko. Oft schwimmen darin Guppies und andere Fische, die bei uns als Aquarienbesatz Verwendung finden.

Das Tempelinnere war komplett mit Wandbemalungen versehen.

Zurück im Shoppingviertel: Thailand ist ein echtes Schwellenland, nicht mehr Entwicklungsland, noch nicht voll entwickelt. Es gibt sehr armselige Behausungen aus Brettern oder sogar komplett aus Asbestplatten, sandige Schalglochpisten und schmuddelige Bruchbuden, die als Tante-Emma-Laden fungieren und andererseits feine Häuser, ein gut ausgebautes Schnellstraßensystem und glitzernde Einkaufsmöglichkeiten auf höchstem Nieveau.

Abends trafen wir einen Freund von Sujed, der in Kanada Meeresbiologie studiert hat und jetzt in Südostasien im Bereich Katastrophenprävention für Küstengebiete arbeitet. Er ist indischer Abstammung und hat uns unter anderem von seinem Riesen-Tattoo auf dem Rücken erzählt. Es ist ein sogenanntes magisches Yantra-Tattoo und eine Besonderheit in Thailand und Kambodscha. Es wird von einem Mönch mit einem vorsintflutlichen Gerät gestochen und tut höllisch weh. Man darf aber nicht jammern oder mit der Wimper zucken, sonst beendet der Mönch die Session und man kann als Versager mit halbfertigem Tattoo nach Hause gehen. Darüber hinaus muss man mehrere Sessions machen; das Tattoo wird immer komplexer, man kriegt aber nicht gesagt, wann es vollendet sein wird. Das Tolle daran: wenn man fertig ist, ist man unverwundbar. Mann kann nicht mehr durch Verletzungen sterben. Deshalb ist es auch bei Gangstern und Soldaten sehr beliebt. Man muss allerdings bestimmte Regeln einhalten, z.B. spezifische Essverbote oder bestimmte Sachen nicht machen, beispielsweise nichts Böses gegen seine Eltern sagen. Ich habe schon nicht schlecht gestaunt, dass ein intelligenter hochgebildeter Mensch an sowas glaubt. Da ich eine ausgesprochene Aversion gegen Aberglauben jeglicher Art habe, musste ich mich ganz schön zusammenreißen, nicht weiter nachzuhaken. Er meinte allen ernstes, dass am Ende der Mönch mit einem Schwert zuschlüge und lediglich eine kleine, nicht blutende Wunde erzeugt würde und das dann der Wirksamkeitsbeweis sei.
Also jeder soll ja glauben, was er will aber das passt doch hinten und vorne nicht. Der verantwortliche Mönch testet die Wirkung selbst? Und wenn es Soldaten helfen würde, hätte man ja schnell eine unbesiegbare Armee zusammen. Ist natürlich praktisch, dass man noch Regeln einhalten muss. Dann kann man immer argumentieren, dass es an deren Verletzungen lag, wenn es doch mal nicht geklappt hat mit dem Schutz.

Beispielbild für ein Yantra-Tattoo


Wir waren zusammen in einem recht noblen chinesischen Restaurant. Da hat er mir die zweite absurde Geschichte auftischen wollen. Auf der Speisekarte gab es gebratene Fische, die als „live“ bezeichnet wurden und er meinte, die wären zwar bis zum Hals gebraten aber der Kopf würde beim Servieren noch nach Luft schnappen. Nun weiß ich um die Obsession der Chinesen was frische Lebensmittel angeht. In jedem besseren Restaurant kann man sich die Fische oder Hummer in Aquarien aussuchen. Aber diese Geschichte war nun wirklich lächerlich. Erstens, wer ist so pervers? Und zweitens, wie soll das gehen, dass der Fischkörper gar ist aber der Kopf noch lebt? Dummerweise bestätigte die Kellnerin auf Nachfrage diese Tatsache. Also ich habe das recherchiert und es stimmt leider. Wer zu Verallgemeinerungen und Verurteilungen neigt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass das keine normalen Essgewohnheiten in Asien oder China sind aber es ist schon widerlich, was manche Leute anderen Lebewesen zu Genusssteigerung antun. Restaurants mit sowas auf der Speisekarte werde ich jedenfalls künftig meiden.

Verfasst von: neomagic | 02/12/2009

Zurück in Thailand

Zurück in Thailand war zwischenzeitlich Wintereinbruch. Oder so ähnlich. Es werden jetzt nur noch 34°C Tageshöchsttemperatur gemessen und morgens nach dem Aufstehen sind es gar erst 29°C, so dass Sujeds Familie gezwungen ist, langärmelige Klamotten plus Jacke zu tragen 🙂

Kaum angekommen, machten wir eine kleine Reise mit Übernachtung und zwar nach Prachuap Khiri Khan. In der Gegend ist Thailand bis zu 11 km „dünn“

Unterwegs am Straßenrand hielten wir extra um diese Spezialitäten zu dokumentieren. Sujed weiß, dass ich gerne krasse Sachen fotografiere und ihr wollt die doch auch sehen, gell?!? Also neben den kleinen Vögeln,

werden auf den angrenzenden Reisfeldern auch diese Ratten platt gemacht und knusprig gebraten 😯

Unterwegs entdeckt und garantiert kein hinduistisches Sonnenrad:
Asiaten haben manchmal ein erschreckend unverkrampftes Verhältnis zum deutschen Nationalsozialismus.

Die Eltern wollten hier auf einen burmesischen Markt um Orchideen zu kaufen. Der Markt ist zwar in Thailand aber nur einen Steinwurf von Myanmar=Burma entfernt.

Sujed hatte das Gefühl, dass die Pflanzen jenseits der Grenze einfach aus den Wäldern entnommen werden und Artenschutz dabei sicher keine Rolle spielt

Die Burmesinnen und ihre Kinder hatten eine interessante „Kriegsbemalung“

Die Farbe heißt Thanaka, wird aus Baumrinde gewonnen und soll gleichzeitig sowohl Make-Up als auch Kühlung und Hautpflege sein. Sie schützt beispielsweise vor Sonnenbrand und soll schöne, glatte Haut fördern. Ist für mich ein
bisschen komisch, dass man nur bestimmte Bereiche schminkt. Wenn das Zeug hilft, warum dann nur Muster malen und nicht alles einschmieren? Na, die Burmesen müssen es wissen, die machen das angeblich schon seit über 2000 Jahren.

Das ist die besagte Grenze zu Burma. Das Foto wollte ich eigentlich ans TIME Magazine verkaufen:

Burmesisches Kind auf der Flucht vor der Militär-Junta erreicht mit letzter Kraft thailändisches Hoheitsgebiet.

Na ja, hätte wohl eh keiner geglaubt 😉

In Prachuap Kiri-Khan gibt es traditionellen Fischfang…

vor malerischer Kulisse

Außerdem einen Berg mit Tempel, der von Affenhorden umlagert ist.

Der Berg heißt Spiegelberg, weil es scheint, als würde oben links ein Stück Himmel reflektiert.

Also ringsherum Affen. Es waren wirklich Unmengen von Ihnen da.

Der Kleine hat’s gut!

Wo viele Affen sind, sind auch die Futterverkäuferinnen nicht weit. Man beachte den Stock in ihrer Hand!

Ob der Schuld an seiner verkrüppelten Hand oder an so manchem abgeknickten Schwanz ist oder ob die Affen einfach zu viele sind und einige von ihnen zu dreist und unvorsichtig?

Jedenfalls wollten wir mal eben die Treppe zum Tempel hoch. Nach dem halben Weg war schon nicht mehr klar, ob wir an Wassermangel, Hitzschlag oder beidem sterben würden.

Zur Veranschaulichung: diese Hunde sind noch nicht mal geklettert. Die lagen in der Bullenhitze einfach am Fuße des Berges rum wie Kadaver, weil ihnen jede Bewegung zu viel war.

Aber wir waren ja ambitionierter:

Er hier hat’s auch nur bis zur Hälfte geschafft.

Ist wohl eine besondere Lid-Färbung bei diesen Affen. Entweder das, oder die Mönche im Tempel schminken die in ihrer Freizeit 😉

Irgenwie haben wir es doch noch geschafft und der Ausblick entschädigte immerhin für Einiges

Thailand hat so viel Strand, dass es durchaus komplett unbebadete zu finden gibt

Unten wieder: Affen. Dieser hier hatte eine ziemlich fiese offene Wunde, die ihn aber nicht von Fellpflege…

und anderen Vergnügungen abhielt 🙂

Ich finde Affen sind die interessantesten Tiere. Man kann bei ihnen ein sehr vielfältiges und oft genug menschenähnliches Verhaltensrepertoire beobachten.

Ein Strand, ganz für mich allein!

Familienfoto

In der Nähe war ein ganz anständiges Meerwaseraquarium

Nemo: gefunden!

Die Schildkröten wurden in einem üblen kleinen Swimmingpool gehalten
aber sonst war es ganz ok.

Seestern und Pfeilschwanzkrebs

Hier, in einem Örtchen namens Brangburd, haben wir uns für eine Nacht niedergelassen

Hier gab es fast keine Touristen, dafür aber ursprüngliches Fischerdorf-Flair:
Netze reparieren

Die Boote hatten alle Leuchtstoffröhren montiert, was auf Tintenfischfang hinweist.

Und tatsächlich: der Fang der letzten Nacht trocknete nachmittags noch in der Sonne

Nachts waren die Boote alle als grünliche Punkte am Horizont zu sehen
 

Zum Paket mit Unterkunft gehörte auch ein Schnorchelausflug.

Das läuft dann meist so, dass man mit einigen anderen Touristen (hier nur Thais) auf einem lärmigen Boot zu einer Mini-Insel tuckert und da schon andere Boote liegen, die genau die gleichen Touristen angeschleppt haben. Die tummeln sich dann alle mit Schwimmweste über dem Korallenriff.

Leider war die Sicht nicht sehr gut und somit die Farben unter Wasser etwas trübe. Aber Schnorcheln ist super easy und wesentlich weniger anstrengend als normales Schwimmen. Man muss seinen Kopf nämlich nicht ständig über Wasser hieven um nach Luft zu japsen. Insofern macht es immer Spaß, auf dem warmen Wasser zu treiben und sich Fische und Seeanemonen anzugucken.

Die Fische mochten den gekochten Reis aus unserer Verpflegung sehr gern

Ab ging’s zurück mit dem Boot…

und dann mit dem Auto durch Kokosplantagen.

When in Rome, do as the
Romans do!

Und Tschüß!

Verfasst von: neomagic | 01/12/2009

Java Teil 2

Am nächsten Morgen in Yogyakarta sind wir ganz früh auf den so genannten Vogelmarkt gegangen.

Wie in Asien üblich, werden die Tiere in kleinstmöglichen Käfigen gehalten.

Das spart Platz und man kann viel mehr davon haben. 😕

Warum junge Hühner gefärbt werden, konnte ich leider nicht herausfinden.

Ein bisschen Gemüse gab’s auch.

Dieses Essen passt immerhin thematisch zum Vogelmarkt 😉

Hier hat wohl jemand das Konzept von Ostern falsch verstanden

Vogelfutter

Die Grillen können sich anscheinend an dem glatten Paketklebeband nicht gut halten, das somit als Barriere ausreicht

Grauenvolle Haltung: junge Flughunde. Welche Rolle die als Haustiere spielen sollen, war mir schleierhaft. Ein Einheimischer sagte, die wären zum Verzehr.

Ameiseneier für die Vogelhaltung

Straßenimpressionen:

Die Motorräder und Mopeds sind nicht die saubersten Vertreter ihrer Gattung und verursachen in der Masse ganz schöne Abgaswolken

Wer kein Fahrzeug hat, muss selber buckeln

Aber zurück zum angenehmen Teil, denn wir wollen ja nicht das Wesentliche aus den Augen verlieren: Wir sind die wohlhabenden Touristen und möchten unsere Exotik wohl dosiert und nicht zu antrengend 😉
Deshalb hatten wir uns entschieden, in unserem schmucken Hotel einen Kochkurs zu absolvieren. Das kostete unwesentlich mehr als ein Mittagessen und das war ja ohnehin inbegriffen, solange wir es nicht vermasselten. Am Anfang führte unser Lehrkoch uns auf einen Markt um alle Zutaten einzukaufen.

Darf nicht fehlen:
Chili

Schalotten

Ingwer

 

Limetten werden quasi in jedem indonesischen Gericht verwendet.

Das sind süße Früchte von einer Palmenart

Dieses Gelee wird aus einem Gras gewonnen und für Kompott verwendet

Die lecker Druckerschwärze gibt’s zum Fisch gleich mit dazu. War, glaube ich, in Deutschland früher aber auch nicht anders.

Durch diese Fleischabteilung sollte lieber kein deutscher Lebensmittelkontrolleur gehen

Fertig eingekleidt kann es losgehen

Das ist die Vorspeise: ein Salat mit Tofu, Eiern, knusprigen Chips und fadem Gemüse. Dafür war die Erdnusssoße gut, die wir im Mörser zubereitet hatten.

Das Hauptgericht war Fisch mit Currysoße. Für so eine Soße werden große Mengen an sich recht extremer Gewürze wie Ingwer, Knoblauch, Galanga und Chili verwendet. Wenn das alles in Öl gebraten, danach püriert und dann durch ein Sieb gefiltert wurde, schmeckt es erstaunlicherweise sehr rund und gar nicht mehr extrem. 

Der Fisch wurde filetiert und die Stücke paniert und frittiert

Ebenso der Rest des Fisches, der dann aufrecht in der Pfanne gegart wurde

Im Ergebnis sehr lecker

Zum Schluss gab’s noch indonesische Pfannkucken aus Kokosmilch mit Palmzuckersoße

Nanu, der Koch als Dessert?

Wie gesagt ist Yoygyakarta selbst ja nicht so der Hit.  Dafür aber Borobodur. Das liegt ganz in der Nähe und die größte buddhistische Tempelanlage der Welt.

Ausnahmsweise wurde auch Sujed als Ausländer erkannt; viele indonesische Besucher wollten sich mit einem von uns fotografieren lassen. Sonst wurde er üblicherweise auf Indonesisch angesprochen; in einem Restaurant fragte man uns, ob wir einen Tisch für eine Person wollten, weil man vorraussetzte, dass er der Fahrer/Führer/Sklave wäre.

Borobodur ist wirklich eine Riesenanlage

An jeder Wand Reliefs, die sich insgesamt kilometerweit erstrecken


Kleinere Restaurationsarbeiten, die den Aufbau erkennen lassen. Hier hat das Erdbeben zum Glück kaum Spuren hinterlassen.

Das Ding steht schon seit über 1000 Jahren.

Obern sind diese Stupas geometrisch angeordnet

In jede Richtung hat man einen großen Weitblick; ein Grund dafür, die Anlage genau hier zu errichten

Die Linie im Hintergrund ist keine schräge Wolkenformation sondern anscheinend ein unglaublich riesiger Vulkan!

Die Dimensionen lassen sich schlecht in einem Foto wiedergeben, weil der obere Teil klein wirkt. Trotzdem zum Vergleich: Sujed

Die Kuppel in der Abendsonne. Diesmal war alles perfekt: keine Gerüste, super Wetter: hat sich gelohnt!

Selten dokumentiert aber allgegenwärtig: die Geißel des Südostasientouristen:

Diese Geier warten an jedem nennenswerten Touristenziel und nerven aufdringlich mit ihren Souvenirs und Spielzeugen. Ist ja einerseits verständlich, dass sie ihren Lebensunterhalt verdienen wollen aber angenehm ist das nicht. Ich kaufe von denen jedenfalls prinzipiell nichts, um sie nicht noch zu motivieren.

Zimmerservice. Im Urlaub gönnt man sich auch schon mal etwas, dass man sich eigentlich weder finanziell noch kalorientechnisch leisten kann 🙂

Sehr gewöhnungsbedürftig waren übrigens die indonesichen Rupien. Man war ständig damit beschäftigt Nullen zu zählen. Unser Tagesausflug in Bali zu den Tempeln hat z.B. eine Million gekostet!

Java ist eine Vulkaninsel am pazifischen Feuerring.

Konnte man beim Abflug eindrucksvoll sehen

Das ist lediglich ein Fluss in Malaysia; sah trotzdem gut aus

Am Flughafen gesehen: Stöckelschuhe sind out!

Und damit ging’s zurück nach Thailand…

Verfasst von: neomagic | 29/11/2009

Java

Außer Bali wollten wir noch Java besuchen. Diese Insel ist sozusagen das richtige Indonesien mit der Hauptstadt Jakarta (die selbst absolut keine Touristendestination sein soll). Hier leben auf der halben Fläche von Großbritannien mehr als doppelt so viele Menschen, nämlich 130 Millionen. Im Gegensatz zu Bali sind die mehrheitlich muslimisch. Der Lebensstandard ist merklich niedriger als auf Bali oder in Thailand. Wir haben uns die Stadt Yogyakarta ausgesucht.

Neben Motorrädern fahren Unmengen von solchen Rikschas rum. Bessergesagt, sie stehen rum und die Fahrer warten geduldig auf Fahrgäste.

Da wir keine Hepatitis-A-Impfung haben, verzichteten wir auf allzu authentische Einheimischenküche.

Manche Ecken sahen aus wie früher in der DDR 😉

Tankstelle mit Reifenservice: hier können die motorisierten Zweiräder mit Hilfe von Flaschen und die Reifen mit Druckluft betankt werden

Die Hauptstraße von Yogyakarta

Allgemein recht schmucklos hat man aber örtlichen Künstlern die Gelegenheit gegeben, eine lange Reihe von Bildern zu gestalten.

Ein bisschen wie die Berliner Mauer

Wie gesagt sind die Indonesier überwiedgend Moslems, aber zumindest hier waren nur wenige so traditionell gekleidet.

Kleiner Markt

An vielen solchen Stationen wird Gold verkauft. Angeblich unlizensiert, was auch immer das bedeuten mag

War irgendwie ein merkwürdiges Gefühl sich aus dieser doch recht allgegenwärtigen Armut in unser koloniales Hotel zurückzuziehen:
Bewacht,

mit feudalem Ambiente und allen Annehmlichkeiten versehen,

und sogar mit authentisch-javanesischem Kling-Klang untermalt.

Die Haupt-Touristenattraktion in der Stadt ist der Sultanspalast. Mit der Einschränkung, dass keine Touristen da waren und sich die Attraktivität in bescheidenem Rahmen hielt.

Die jungen Mädchen hatten kein Problem damit, sich fotografieren zu lassen

Als er das sah, wollte er auch mal

Weiter ging’s zu einem Batikstudio

Das läuft so, dass erst in sorgfältiger Handarbeit mit Wachs ein Muster aufgetragen und dann das Tuch in Farbe getaucht wird. Danach wird das Wachs ausgekocht und diese Stellen haben die ursprüngliche Farbe. Bei Bedarf kann es auch geknittert werden um spezielle Effekte zu erzielen;

Das
kann beliebig oft mit zusätzlichen Farben wiederholt werden, so dass komplexe und bunte Muster entstehen.

Yogyakarta selbst ist wahrlich kein Highlight. Eines der Hauptziele, für alle Touristen, die es hierher verschlägt, ist Prambanan. Das ist ein Riesen-Hindu-Tempel.

Nebenan ist eine buddhistische Tempelanlage, die leider von einem Erdbeben 2006 (bei dem 1,5 Millionen Menschen obdachlos wurden!) ziemlich mitgenommen wurde.

Der Hauptteil musste mit unschönen Gerüsten vor dem Einsturz bewahrt werden

3D-Puzzle für Fortgeschrittene:

Um Prambanan selbst (den Hindu-Tempel) war es nicht viel besser bestellt

auch hier war es nur schwer möglich, eine Perspektive ohne massive Gerüste zu finden.

Warum man in dreieinhalb Jahren nicht in der Lage war, das hinzubekommen bleibt mir schleierhaft und es war insofern enttäuschend, als die eigentlich großartige Wirkung doch merklich gedämpft war.

Auch das Wetter wollte nicht richtig mitspielen…

Das Teil wurde übrigens im 9. Jahrhundert erbaut und ist kurz danach aufgegeben worden und in Vergessenheit geraten.. Als es die Kolonialisten fanden, hatte der Dschungel es völlig überwuchert. Also
an sich schon beeindruckend aber der Zeitpunkt unseres Besuches war nicht perfekt. Auf dem Rückweg haben wir doch noch eine mäjestätische Perspektive erhaschen können.

Auf dem Heimweg: ein moblier Imbiss

Mehr morgen…

Verfasst von: neomagic | 27/11/2009

Singapur

Beim Abflug von Bali konnten wir noch mal einen schönen Vulkan sehen

Der Stadtstaat Singapur scheint einer Seeblockade zum Opfer gefallen zu sein. Tatsächlich ist hier einer der größten Häfen der Welt.  Beispielsweise wird hier die Hälfte (!) des weltweiten Rohöls umgeschlagen.

In der Bahn vom Flughafen: die Regierung nimmt die Bürger wie ein liebevoller Vater an die Hand und ruft sie zur halbjährlichen Fensterwartung auf. Papa Staat kann auch streng sein, doch dazu später mehr.

Singapur war früher ein malariaverseuchtes und von Tigern heimgesuchtes Sumpfnest und wurde erst in den 1820ern von einem Sir Raffles auf Vordermann gebracht. Nach dem ist auch dieses koloniale Hotel benannt.

Leider haben wir die nur zwei Monate dauernde Regenzeit erwischt. Sonne: Fehlanzeige.

Daher führte uns der erste Weg (anstatt wie geplant in den angeblich besten Zoo Asiens) ins Stadtzentrum

Gegenüber: Baustelle

Regenzeit oder nicht: heiß war es trotzdem.

Diese Kuppel links und rechts sind Konzerthalle und Theater und architektonisch dem König der Früchte, der streng duftenden Durian nachempfunden.

Der Merlion (vgl. Mermaid)  ist so eine Art Wahrzeichen von Singapur

Leider meinte es der Regen (siehe Himmel) ernst, so dass wir uns erstmal in ein schickes chinesisches Restaurant im Raffles-Hotel (nicht im Bild) zurückziehen „mussten“.

Singapur ist ein Shoppingparadies. Auf der Orchard-Road reiht sich ein Hochglanz-Einkaufszentrum an das nächste. Alles ist sauber wie geleckt.

Scherzhaft wird Singapur auch als „einzige Shopping Mall mit Sitz in der UNO“ bezeichnet 🙂

Die Singapurer haben nach Kaufkraft eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen der Welt. Da kann man dann anscheinend auch als Premiumhersteller ein paar größere Filialen rentabel betreiben.

Das ist keine Kirche, sondern beherbergt Bars, Restaurants und – Shopping!

Wo Kommerz Religion ist, ist Weihnachten nicht weit:

Bei schwülen 30° wird man allerorten mit Weihnachtsmusik beschallt.

Da wir unsere ursprünglichen Pläne wetterbedingt weitgehend nicht umsetzen wollten, sind wir kurzerhand ins Kino gegangen und haben 2012, Roland Emmerichs neuesten Katastrophenfilm gesehen, der so katastrophal gar nicht war. Das Logo am Kino kannte ich irgendwie aus alten Eastern-Filmen.

Abends sieht die Weihnachtsdeko noch besser aus. Traditionelle Tannenbäume:

Tropische Weihnachtsbäume:

Am nächsten Tag war das Wetter wider Erwarten so gut, dass wir Little India erkunden konnten. Singapur wird hauptsächlich von chinesisch-stämmigen Menschen bewohnt aber es gibt auch viele Inder und Malaien.

Lecker vegetarisches Essen:

In Little India ist es farbenfroh. Hätte nicht übel Lust, mal das große Original zu sehen.

Das Einkaufszentrum dort war mit denen auf der Orchard-Road nicht zu vergleichen: Chaotisch wie ein Irrgarten war es unmöglich im Foto festzuhalten. Dafür waren die Preise super und es gab alles, was man sich nur vorstellen kann unter einem Dach.

Wer trägt sowas?

In dieser Maschine liegt ein Mensch, der von einer Plastikfolie geschützt, wie in einer Waschanlage bearbeitet wird. Das Ganze nennt sich Aqua Massage.

Die Singapurer gehen ja hart gegen Drogen vor. Da wird man theoretisch sogar verknackt, wenn man im Ausland was konsumiert hat, und die dann Stoffwechselprodukte im Blut nachweisen. Zumindest sind sie konsequent und wollen den Leuten auch die letzten legalen Drogen austreiben.

Essen gibt es überall. Mal teuer, mal günstig aber in der Regel gut. Hier: chinesisch

Flohmarkt-Stand oder Elektroschrott-Sammlung?

Moschee

Für Wohnungen braucht man in mehreren Räumen Klimaanlagen und auch entsprechend viele Außenmodule:

Ausprobiert und für überflüssig befunden: Augenmassage (genauer gesagt den Bereich um die Augen herum)

Buntes Sandwich mit einer dicken Scheibe Durian-Eis

Hindu-Tempel

Die nächtliche Skyline der Innenstadt sieht nicht so langweilig aus wie am Tage.

Noch ein Nobel-Hotel

Mit ebenso noblem Restaurant

Und das war’s im Prinzip auch schon. Zusammenfassend eher nicht so spektakulär aber es war ok, es mal gesehen zu haben. Es gibt allerdings noch einen Aspekt, der mich schon sehr interessiert und zur Internet-Recherche motiviert hat:

Singapore ist ja für seine Ordnung und Sauberkeit bekannt. Die Kriminalitätsrate ist äußerst niedrig. Und das, obwohl vieles verboten ist, was anderswo ein Schulterzucken hervorruft wie z.B. bei Rot über die Ampel gehen, die Toilette nicht spülen, Kaugummiverkauf außerhalb von Apotheken oder Müll auf der Straße fallen lassen. Da hagelt es Geldstrafen in die Hunderte von Euro.

Für schlimmere Vergehen wie Drogenbesitz, schwulen Sex, Raub, illegale Einwanderung und dreißig andere Straftaten gibt es was mit dem Rohrstock. Das ist allerdings nicht mal halb so witzig wie es klingt, sondern mit höllischen Schmerzen, blutigen Striemen und lebenslangen Narben verbunden. Nur Männer bis 50 können damit bestraft werden. Wer es aushält, kann sich das hier mal ansehen (Video im unteren Drittel der Seite; ich habe nach dem dritten Schlag ausgemacht). Das stammt zwar aus dem Nachbarland Malaysia, ist aber quasi dasselbe. Zusätzlich muss man immer auch noch im Knast einsitzen. Diese liebenswürdige Tradition hat man von den britischen Kolonialherren übernommen und irgendwie vergessen abzuschaffen. Jedenfalls ergeht es jährlich Tausenden Delinquenten so. Die Todesstrafe gibt es auch: zum Beispiel für Drogenhandel. Immerhin kann man nicht zu beidem verurteilt werden. So human ist man dann doch: wenn man erhängt wird, setzt es vorher wenigstens nicht noch Hiebe. Aber ich will mal nicht alles so negativ darstellen. Immerhin funktioniert die Abschreckung und alles ist sicher und sauber. Ein Romanautor hat mal im Wired-Magazin geschrieben, Singapur wäre Disneyland mit Todesstrafe. Die Regierung hat auf die Kritik auch reagiert und das Magazin verboten. Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass ich hier unfairerweise auf einem Aspekt rumhacke. Da die Regierung einigermaßen demokratisch gewählt ist, hat das ja irgendwie wohl alles seine Richtigkeit – für mich blieb während meines Besuches trotzdem ein unangenehmer Beigeschmack.

Unterm Strich ist das Land für meine Begriffe etwas zu glatt und langweilig aber großartig zum Shoppen, Essen und wohl auch Amüsement in Vergnügugnsparks, für die leider Zeit und Wetter nicht vorhanden waren.

Zum Abschluss noch ein paar Stimmungsvolle Nachtfotos

Verfasst von: neomagic | 26/11/2009

Bali Tempel-Tour

Am dritten Tag sind wir ein bisschen über die Insel getourt. Zuerst haben wir ein paar kleine Tempel besucht

Dieser Mann pflückt mit dem Riesenstock Blüten von den Bäumen um sie zu „opfern“

Ohne einen solchen Sarong kommen auch Einheimische nicht in die Innenanlage von Tempeln. Rechts ein Steinschwein.

Dieser Hund ist vermutlich nur wenige Jahre jünger als die Tempelanlage.

Weiter ging’s zu Gunung Kawi, einem uralten Tempelkomplex. Auf dem Weg dahin: Wäsche waschen

Kennen wir schon, trotzdem immer wieder schön anzusehen: Reisterassen

Schreine, in die Felswand gehauen

Oben im Dach hängt eine Glocke in Form von zwei Holzstämmen

Tempelküche für Feierlichkeiten und Zeremonien

Von Verkaufsständen wird man an quasi jedem Touristenziel behelligt

Nächste Station war Klungkung, ein etwas größerer Ort…

der unter anderem für diese Malereien berühmt ist

Sind wohl ungemütliche Geschichten, die da visuell erzählt werden

Dieser Tempel steht am Meer

Die Leute sammeln Kieselsteine um damit z.B. Fußwege zu pflastern

Keine Ahnung, welchen Gott er da gerade beschwört. Die Auswahl ist im Hinduismus (übrigens die drittgrößte Religion) ja eher üppig.

Die Ente und das Huhn sollen wohl ungefragt Teil der Zeremonie werden

Weiter durch grüne, grüne Landschaften

Die Reisterassen sind von solchen erhöhten Fußwegen durchzogen. Der Boden ist sehr lehmhaltig: so kann das Wasser sich gut halten, ohne abzufließen.

Das Reisstroh wird verbrannt, die Asche wirkt als Dünger

Da Bali über den einen oder anderen Vulkan verfügt, gibt es reichlich Vulkangestein (rechts), das zu Baumaterial (links) verarbeitet wird

Das Hauptziel unseres Ausflug: der Besakih-Tempel am Fuße des Agung-Vulkans. Letzterer traute sich leider wegen Regenwetters nicht aus den Wolken.

Der zauberhaften Stimmung in der riesigen Tempelanlage tat das jedoch keinen Abbruch.

Einmalig und wunderschön

Einen Vulkan haben wir danach doch noch besucht: Mount Batur.

Um den Vulkan herum existiert eine riesige Caldera mit See. Sowas ist kein Krater sondern bildet sich, wenn durch austretende Lava ein Hohlraum entstanden ist, der in der Folge absackt.

Hier hat die Lava anscheinend eine kleine grüne „Insel“, die höher gelagert ist, verschont.

Kurz vor Ubud die letzte Touristenstation: die so gennante Elefantenhöhle

Ein 1200 Jahre alter Swimmingpool

Diese sympathische Dame soll gewohnheitsmäßig Kinder gefressen haben. Bis sie zum Buddhismus konvertierte und fortan deren Schutzpatronin wurde.

Zum Abschluss noch mal Ubud. Traditionelle Instrumente

Hier in Aktion bei einer Probe

Build your own temple! Das System scheint mit Lego verwandt zu sein 😉

Genau diese Elemente finden sich überall auf Bali wieder.

Ein bischen bepflanzt, verwittert und bemoost und schon sieht es ursprünglich und stilvoll aus

Ich weiß nicht, ob euch die Architektur,

die Natur,

die Kultur,

und die Kunst gefallen…

ich kann nur sagen: meinen Geschmack trifft es hunderprozentig und ich habe noch nie so viel Schönheit wie auf Bali gesehen. Dazu freundliche Menschen, gutes Essen, eine ausgebaute aber unaufdringliche touristische Infrastruktur und das alles wohlgemerkt in drei Tagen ohne den Nord- und Ostteil der Insel, ohne Vulkanbesteigung, die traumhaften Strände, Whitewhater Rafting, Schnorcheln in Korallenriffen, Wracktauchen und, und, und – also wenn ihr nur eine einzige Fernreise in eurem Leben macht: mein Tipp ist eindeutig. Ich war jedenfalls ein bisschen wehmütig, bevor wir abreisen mussten…

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